Amazon übertraf im zweiten Quartal 2026 die Erwartungen der Analysten mit einem AWS-Umsatz von 42,23 Milliarden US-Dollar, angetrieben durch die steigende Nachfrage nach Infrastruktur für künstliche Intelligenz. Um diese Dynamik aufrechtzuerhalten, erhöhte das Unternehmen seine jährliche Investitionsprognose auf 220 Milliarden US-Dollar.
Starke Leistung in Cloud und Werbung
Die Gewinnergebnisse von Amazon im zweiten Quartal zeigten ein deutliches Wachstum, das vor allem auf den Cloud-Computing-Zweig Amazon Web Services (AWS) zurückzuführen war. Mit einem Umsatz von 42,23 Milliarden US-Dollar wuchs AWS im Jahresvergleich um fast 37 % und markierte damit die schnellste Wachstumsrate seit 2021. Diese Leistung übertraf deutlich die Analystenprognosen von 40,54 Milliarden US-Dollar. Über die Cloud hinaus schnitt auch das Werbesegment von Amazon überdurchschnittlich ab und erzielte einen Umsatz von 19,81 Milliarden US-Dollar gegenüber einer Prognose von 19,43 Milliarden US-Dollar. Diese Zuwächse trugen zu einem Gesamtumsatz von 200,61 Milliarden US-Dollar und einem Gewinn pro Aktie von 5,75 US-Dollar im zweiten Quartal bei, Zahlen, die die von Wall-Street-Analysten erwarteten 196,47 Milliarden US-Dollar und 1,82 US-Dollar pro Aktie übertrafen. Das Unternehmen stellte fest, dass mittlerweile fast 61 % seines gesamten Betriebsgewinns aus dem Cloud-Geschäft erwirtschaftet werden, was seine zentrale Rolle für die finanzielle Gesundheit von Amazon unterstreicht.
Aggressive Investitionen in die KI-Infrastruktur
Um der unstillbaren Nachfrage nach KI-gesteuerten Cloud-Diensten gerecht zu werden, hat Amazon seine Investitionsausgaben deutlich erhöht. Allein im zweiten Quartal beliefen sich die Ausgaben auf 54,21 Milliarden US-Dollar, ein Anstieg von 68 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. CEO Andy Jassy gab bekannt, dass die jährliche Prognose für diese Investitionen von einer vorherigen Schätzung von 200 Milliarden US-Dollar auf 220 Milliarden US-Dollar angehoben wurde. Diese Eskalation ist größtenteils auf steigende Speicherkosten und die dringende Notwendigkeit zurückzuführen, die Kapazität des Rechenzentrums zu erweitern. Die Führung von Amazon ist weiterhin von dieser Strategie überzeugt, wobei Jassy feststellt, dass die derzeitige Kapazität nicht ausreicht, um die bestehende Nachfrage für 2026 und 2027 zu befriedigen, und einen rekordverdächtigen Auftragsbestand von 496 Milliarden US-Dollar als Beweis für das langfristige Engagement von Unternehmenskunden anführt.
Strategische KI-Partnerschaften und Hardware-Fokus
Eine zentrale Säule der Wachstumsstrategie von Amazon ist der Fokus auf proprietäre Hardware und hochkarätige KI-Kooperationen. Sowohl seine Dienstleistungen im Bereich der künstlichen Intelligenz als auch die firmeninternen Chip-Abteilungen haben einen Jahresumsatz von über 25 Milliarden US-Dollar erzielt und damit ihre Leistung im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt. Das Unternehmen hebt seine Graviton- und Trainium-Chips aktiv als entscheidende Wachstumskomponenten hervor und erweitert gleichzeitig sein Ökosystem durch neue Partnerschaften. Vor allem hat Amazon angekündigt, dass es OpenAI-Modelle auf seiner Plattform hosten wird, und hat mit Meta einen Dreijahresvertrag über Hunderttausende Graviton-Chips unterzeichnet. Diese Initiativen zielen darauf ab, einen größeren Anteil des Unternehmens-KI-Marktes zu erobern und bestehende Tools wie den Bedrock-Modellmarktplatz zu ergänzen.
Marktreaktion und finanzielle Diskrepanzen
Der Markt reagierte positiv auf den Gewinnbericht, wobei die Amazon-Aktien im erweiterten Handel um mehr als 10 % stiegen. Die hohen Infrastrukturausgaben haben sich jedoch auf die Liquiditätskennzahlen des Unternehmens ausgewirkt und führten in den letzten zwölf Monaten zu einem Abfluss des freien Cashflows in Höhe von 7,6 Milliarden US-Dollar, im Gegensatz zu einem Zufluss von 18,2 Milliarden US-Dollar im Vorjahr. Darüber hinaus meldete das Unternehmen einen Nettogewinn von 62,6 Milliarden US-Dollar, eine Zahl, die durch einen Vorsteuergewinn von 53,4 Milliarden US-Dollar aus der strategischen Investition in das KI-Labor Anthropic deutlich gesteigert wurde. Während sich die Analysten von Evercore hinsichtlich der Amazon-Aktie optimistisch geäußert haben, haben sie auch geringe Bedenken der Anleger hinsichtlich möglicher Marktanteilsverschiebungen zum Ausdruck gebracht, insbesondere da Konkurrenten wie Google Cloud aggressive Wachstumszahlen von etwa 82 % melden.
⚖ The Balanced View
Supporting view
Die Amazon-Führung behauptet, dass die enormen Kapitalaufwendungen unerlässlich seien, um die überwältigende Kundennachfrage zu befriedigen, und weist auf einen Auftragsrückstand von 496 Milliarden US-Dollar hin, der noch erfüllt werden müsse.
Concerns & criticism
Einige Marktanalysten haben Bedenken hinsichtlich möglicher Marktanteilsverschiebungen geäußert, während die erheblichen Infrastrukturausgaben zu einer negativen Verschiebung des freien Cashflows des Unternehmens geführt haben.
→What's next
Amazon plant, seinen aggressiven Ausgabenkurs bis mindestens 2027 fortzusetzen, um das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage in seiner Cloud-Infrastruktur zu beseitigen. Anleger werden wahrscheinlich nach weiteren Belegen für die Rendite der 220-Milliarden-Dollar-Investition suchen, da sich das Unternehmen auf die kommenden Quartale und darüber hinaus konzentriert.